2. März 2011Konzertbericht Glasgow, 4. Februar 2011 – Natti und Katja Von: :: Kommentare deaktiviert für Konzertbericht Glasgow, 4. Februar 2011 – Natti und Katja

Theos Tweed auf Twitter – „The Apocalypse has arrived in Glasgow. Doomsday rain, Wizard of Oz winds and heavy, heavy black skies. Perfect. Glasgow, let’s smash it..“ – lasen wir erst in den darauffolgenden Tagen. Aber eine Übertreibung war es in diesem Fall nicht. Wie Dorothy und Toto im Sturm fühlten wir uns bei der Landung in Glasgow. Wurde doch jede Windböe und jedes Luftloch vom Piloten mitgenommen.

Kaum von der wackeligen Landung erholt, gingen die Turbulenzen bei der Einreise weiter. Nach bürokratischen Diskussionen und einer etwas längeren Wartezeit zwischen den Staaten, machten wir uns Richtung Innenstadt und Hotel auf.

Eine Dusche, zwei Piccolo und einem leckeren Snack später ging es dann auch schon zur nur 500 Meter entfernten Location O2 ABC.

Eine halbe Stunde vor Türöffnung war nur eine kleine Traube von Fans vor Ort. Leider waren unsere Tickets hinterlegt, die wir erst an der Konzertkasse abholen mussten…Ob wir es in die erste Reihe schaffen würden?! Aber dank der schottischen Schnelligkeit und unserer ausgeklügelten Taktik – einer schlägt sich durch und der andere kümmert sich um Garderobe und Getränke – wurde diese Hürde genommen. Was an dieser Stelle gesagt werden muss ist, dass wir sehr positiv von der Organisation in der Location und der Freundlichkeit des Personals überrascht waren. Den im Regen wartenden Fans wurden beispielsweise Regenschirme angeboten oder auch später Wasser für die ersten Reihen während des Konzertes. Fragen wurden nicht nur im Vorfeld per Email prompt und freundlich beantwortet, sondern auch vor Ort mit einem Lächeln.

Und da standen wir nun in der Bühnenmitte – Frontrow!

Der erste Support Act Saint Saviour ging leider etwas in der sich füllenden Konzerthalle unter. Die Sängerin hat eine sehr tolle Stimme. Eher mit ruhigen und gefühlvollen Liedern beginnend, überzeugte sie das Publikum abschließend noch mit zwei schnelleren und kräftigen Songs.
Wer wirklich überrascht hat ist der zweite Support Clare Maguire. Eine powervolle Stimme und eine starke Bühnenpräsenz. Sie hat gekonnt mit dem Publikum interagiert und für Beifallsstürme gesorgt, als sie in einem der Songs Glasgow und Schottland einbaute. Clare Maguire überzeugte vor allem mit ihrer einzigartigen Stimme, aber auch mit Ihrer Ausstrahlung und dem gewissen Witz und Charme.

Nach nur einer kurzen Pause – oder es kam uns so vor, da wir bei unserer Platzwahl nicht nur eine tolle Sicht zur Bühne hatten, sondern auch noch angenehme Konzertgesellschaft – kamen erst die Musiker, es sind jetzt insgesamt vier, auf die Bühne. Neben den bekannten Drummer Paul und Keyboarder Pete werden Hurts von einer Geigerin/Saxophonistin und einem Gitarristen im Background unterstützt. Wer nicht nur im gesamten Bühnenbild fehlte, sondern auch teilweise in der Performance war der erstklassige Tenor Richard Knight.
Unter stürmenden Beifall, Rufen und weiblichen Kreischen wurden Adam und Theo auf der Bühne begrüßt. Kein Herab seilen von der Decke oder plötzliches Erscheinen aus dem Nichts, aber trotzallem, unterstützt durch das Intro und die Lichter, ein sehr dramatischer und gänsehautnaher Auftritt.

Das erste Konzert nach einer Durststrecke von nunmehr drei Monaten. Es war schon jetzt etwas ganz Besonderes. Jeden einzelnen Song zu kommentieren sparen wir uns an dieser Stelle. Alle Eindrücke lassen sich schwerlich wiedergeben. Die Setliste generell brachte außer der Ergänzung von Mother Nature (B-Side der ersten Single „Better Than Love“) keine Überraschungen, was aber letztendlich zu verschmerzen ist. Wir haben uns in diesem Bericht für ein kurzes Statement zu den für uns herausstechendsten Liedern entschieden.
Ein immer wieder fulminanter und guter Start ist „Unpoken“. Eine sehr gute Wahl für den Einstieg in das Konzert. Schön langsam kann man sich auf die Emotionen, die einen erwarten werden, einstellen. Unglaublich – man hört die ersten Pianotöne und Theo´s außergewöhnliche Stimme und weiß wieder warum man den weiten Weg auf sich genommen hat. Jetzt sind wir angekommen!
„Evelyn“ ist live ein richtiges Highlight. Was diesen Song live ausmacht? Vielleicht ist es Adams Gitarreneinlage, Theos ausladende Bewegungen, die vielen emotionale Gesten und Momente, das harmonische Zusammenspiel von Theo und Adam oder das einzigartige Lichtkonzept, dass die Dramatik des Liedes großartig unterstützt. Von diesem Song und der Livedarbietung wird man einfach mitgerissen und kann es nur genießen.
Gab es doch bei der letzten Tour noch keine Zugabe, so hat man dieses Konzept leicht abgeändert. Zum krönenden Abschluss darf etwas zum Tanzen nicht fehlen! Die ersten Klänge von „Better Than Love“ ertönten wie eine Hymne und die ganze Konzerthalle flippte aus. Jetzt hat es auch den Letzten erwischt und die Ladies neben uns, waren sie doch die ganze Zeit beherrscht und wippten nur mit weit offenen Augen zum Takt der Lieder, springen und tanzen zu den knallenden Beats des Liedes. Was für eine tolle Stimmung! Aber wie das so ist, wenn’s am Schönsten ist, soll man aufhören…Noch voller Begeisterung und von der Musik überwältigt, blieb man stehen und tauschte sich mit neuen und alten Konzertbekanntschaften über das Konzert aus, keiner wollte gehen. Aber…ein bisschen Party ging dann doch weiter! Einige Konzertbesucher (und später auch die Crew, man hatte ja am nächsten Tag frei ;)) sind dann noch in die „O2“ Bar, wo man schon von weitem die ersten Töne eines Stay-Remixes hörte. Dort wurde noch bis in den frühen Morgen gefeiert…

Am nächsten Morgen hat Theo den Abend auf Twitter so kommentiert:
„A truly apocalyptic night in Glasgow. Massive!“ Und auch das ist keine Übertreibung. Andere Worte für unser erstes Konzert in 2011 von Hurts lassen sich nicht finden.

Von Natti und Katja, Februar 2011


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