Hurts – Ein tolles Konzert in der Berliner Columbiahalle

Eine ganz neue Konzert- Erfahrung

Findet man mich sonst eher auf Konzerten von Rockbands, hatte es mir im Sommer 2010 ein Video von „Hurts“ angetan.

Das erste Mal

Ich saß im Garten und GOTV spielte „Wonderful Life“. Sofort fesselte mich der Song. Zu Recht sah ich den Song dann häufig auf den Musik-Kanälen und hörte ihn überall im Radio. Dieser Song machte Lust auf mehr. Ich hörte in weitere Songs rein und entschied, mir das Album zu holen. Diese Entscheidung bereute ich nicht.
Ich googelte nach Tourdaten und musste feststellen, dass für den Herbst leider alle Konzerte ausverkauft waren. Glücklicherweise gab es aber schon Termine für den nächsten Frühling und so orderte ich Tickets für Berlin. Man erzählte sich, dass Huxley´s World ein toller kleiner Club sein sollte. Hurts in einem kleinen Club stellte ich mir als ein ganz besonderes Erlebnis vor.
Etwas enttäuscht musste ich kurze Zeit später zur Kenntnis nehmen, dass das Konzert aufgrund der großen Nachfrage in die Columbiahalle verlegt wurde. Schade, aber mit der Größe dieser Halle konnte ich gerade noch leben. Auch für diese Halle waren die Tickets schnell ausverkauft.

Der große Tag ist da

Endlich war es dann mal März und an einem schönen lauen Frühlingstag brachen wir gegen 17.30 Uhr auf. Unsere Vorfreude auf das Konzert stieg langsam an. Ich wusste überhaupt nicht, was mich erwartet.

Vor der Halle stand gegen 18.30 schon eine beachtliche Menschentraube. Wir gesellten uns dazu und staunten, dass so viel Platz zwischen den Leuten war. Das kannten wir anders. Die Schlachten auf anderen Konzerten gingen immer schon vor der Tür los, denn jeder wollte den besten Platz haben.
Wir rechneten mit Einlass gegen 19 Uhr, durften aber schon 20 Minuten eher in die Halle.

Da wir die Columbiahalle schon kannten, machten wir uns direkt auf den Weg zum Balkon, wo wir uns Plätze in der ersten Reihe noch aussuchen konnten. Das war doch schon mal was!
Nach und nach füllte sich die Halle mit gemischtem Publikum. Es waren sehr viele ältere Besucher da, auch das war mal etwas anderes. Männer- und Frauenanteil war in etwa gleich. Wir schmunzelten, wie entspannt und locker die Besucher unten standen. Da waren wir ganz andere Szenarien gewöhnt :-).
Den ganzen Abend sollten wir auch reichlich Platz hinter uns behalten, was uns sehr gefiel.

Wir stellten uns die Frage, wer wohl die Vorband ist. Um uns herum wusste es niemand.
Pünktlich um 20 Uhr kam dann „Clare Maguire“ auf die Bühne. Sie hatte eine angenehme Stimme, die uns etwas an Cher erinnerte. Ich hätte ihr am liebsten etwas Stoff für ihre nackten Beinchen rüber gereicht und ihr ein paar bequemere Schuhe spendiert. Tom hatte solche Bedenken natürlich nicht :-).
Uns gefiel, was sie präsentierte.

Halb 9 begann die Umbauphase und allmählich stieg die Spannung. Wir beobachteten das Treiben auf der Bühne und am Mischpult. Die Mädchen neben uns hatten Hurts schon einmal live gesehen und versorgten uns mit etwas Insider-Wissen :-).

Schlag 21 Uhr ging das Licht aus und tosender Applaus war zu hören, als nach und nach die Begleitband zu einem schönen Intro auf die Bühne kam. Der Beifall steigerte sich drastisch, als Theo und Adam die Bühne enterten.
Das waren sie also – und sie begannen gleich mit dem Song „Unspoken“. Begeistert stellte ich fest, dass Theo ein ausgezeichneter Live-Sänger ist. Adam saß am Klavier, auf dem hübsche gelbe Rosen lagen. Im Laufe des Abends wurden diese immer weniger, da Theo sie an das Publikum verteilte. Nach dem Song begrüßte Theo uns auf deutsch: „Berlin, endlich sind wir zu Hause angekommen“. Süß!

Während der ersten Songs war es recht ruhig, was ich befürchtet und erwartet hatte. Allerdings bekam die Band für ihre Songs jeweils riesigen Applaus.

Würde Theo die Fans etwas mehr animieren zum Mitmachen, würden diese sicher noch viel mehr Spaß an den Shows haben. Da würden ihm ein Prozent von Multitalent Jared Leto (30 Seconds To Mars) wohl schon reichen :-).
Mit der Zeit klappte das dann auch besser und die Fans reagierten sofort auf ihn.
Ein Highlight des Abends war „Silver Lining“. Ich mochte die Wechsel von den ruhigen zu den kraftvolleren Parts, die natürlich wesentlich intensiver ausfielen als auf der CD.

Etwas früh kam als dritter Song „Wonderful Live“. Natürlich machte sich auch hier eine fette Gänsehaut breit.
„Evelyn“- Ein wunderschöner Song. Adam schnappte sich hier eine Gitarre und es kam mal etwas Bewegung auf die Bühne. Der Schlussakt dieses Songs war für uns und einige andere um uns herum etwas… gewöhnungsbedürftig.

Das Publikum kam jetzt langsam in die Gänge und entdeckte, dass man zu diesen schönen Songs auch durchaus mitklatschen und sich etwas mehr bewegen kann :-). Besonders schön war das bei „Sunday“ zu sehen.

Mit „Confide In Me“ hörten wir ein Cover von Kylie Minogue. Es ist sehr ruhig und auch wunderschön. Die Stimmung übertrug sich völlig auf mich und eine Gänsehaut jagte die andere.

Zwischendurch sprach Theo immer wieder auf Deutsch zu uns. Er konnte wohl noch gar nicht so recht fassen, dass sie jetzt so große Hallen füllen. Das erste Konzert in Berlin hätten sie vor nur 100 Leuten gespielt. Wir konnten seine echte Freude darüber sehen, was ihn sehr sympathisch machte.
Ich sehe die Band ja schon in viel größeren Hallen in der Zukunft.

Weiter ging es mit exzellentem emotionsgeladenem Gesang und kraftvollen Wechseln zwischen ruhigen und schnelleren Parts.

Ein weiterer besonderer Moment war „Stay“. Und schon wieder schlich sich eine Gänsehaut an. Das Publikum war jetzt voll dabei und der Song war sehr intensiv. Demütig und ergriffen bedankte sich Theo für die tollste Show, die sie bisher gespielt hatten. Wir wollen es ihm mal glauben :-). Die Band verließ die Bühne und sofort setzte tosender Applaus ein, der unvermindert anhielt, bis die Jungs wieder zurück kamen. Das jagte mir schon wieder Schauer über den Rücken.

Mit einem grandiosen und gefühlvollem „Better Than Love“ war das Konzert nach 70 Minuten leider schon zu Ende.

Ich war total begeistert. Mit einem ruhigen Publikum hatte ich gerechnet. Der Gesang von Theo hat mich absolut überzeugt und auch die Bühnendeko und Beleuchtung unterstrich zeitweise die schönen Songs sehr gut. Hier hätte man sicher noch etwas mehr machen können.
Die Band wurde übrigens unter anderem unterstützt von einer tollen Geigenspielerin und einem Opernsänger, der den ganzen Abend da stand, als hätte er einen Stock im A..- äh- verschluckt :-). Wir hatten kurz Zweifel, ob er wirklich echt ist, aber er hat dann doch gut gesungen :-).

Wir ließen erst einmal die große Masse rausgehen, was sehr schleppend ging, schnupperten noch etwas Konzert-Feeling in der Halle und unterhielten uns mit anderen Fans.

Am Merchandise-Stand holten wir uns noch ein kleines Andenken und machten uns langsam auf dem Heimweg.

Fazit

Hurts ist eine tolle Live-Band mit sehr viel Potential. Hoffentlich hören wir noch viele neue Songs von ihnen, die ebenso toll sind wie die auf dem Album „Happiness“.
Während des Konzertes kam bei mir übrigens die Frage auf, warum der Song „Happiness“ nicht auf dem gleichnamigen Album zu finden ist. „Verona“ hatte ich recht schnell als Hiddentrack entdeckt.

LG
Kira

 


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