„… a schoen little show for 150 folks…“

HURTS „hautnah“ am 22.03.2011 in Mainz

Ich bin schon seit Herbst 2010 ein großer Fan von HURTS und ich bin sehr glücklich, dass ich am 22. März mein ganz persönliches Konzert-Highlight erleben durfte!

Zu einem der anderen Konzerte in Deutschland in diesem Frühjahr konnte ich leider nicht gehen, da sie ent­weder zu weit entfernt oder bereits ausverkauft waren. So war ich Anfang Januar denn auch sehr aufgeregt, als ich im SWR3-Clubmagazin gelesen habe, dass man Tickets für ein besonders kleines Konzert mit HURTS im Mainzer Funkhaus gewinnen kann. Ich glaubte zwar nicht wirklich an mein Glück, aber die Aufregung begleitete mich doch durch die folgenden Wochen. Als ich eigentlich schon enttäuscht dachte, dass die Auslosung bereits vorbei sei, kam dann aus heiterem Himmel der Anruf. Ich hatte tatsächlich 2 Tickets gewonnen, über eine zusätzliche Gewinnchance im SWR3 Magazin!

Und so hatte ich dann ganze zwei Monate Zeit, mich auf HURTS live zu freuen. Im kleinen Rahmen und ganz nah dran!

In den Tagen vor dem Konzert wurde die Aufregung fast unerträglich, aber dann war der große Tag tatsächlich da! Wir waren pünktlich um 19 Uhr in Mainz am Funkhaus, kurz darauf wurden wir eingelassen.

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Das Foyer des Funkhauses war extra für dieses Konzert hergerichtet worden. Die kleine aber feine Bühne befand sich in einer Ecke, knapp davor ein rotes Absperrband. Und gemächlich kamen die Konzertbesucher herein, die meisten holten sich Getränke und unterhielten sich. Von Gedränge oder einem Run auf die erste Reihe keine Spur! Mir ist aufgefallen, dass es sich beim weitaus größten Teil der Besucher um Pärchen handelte (wie das eben so ist, wenn je zwei Tickets verlost werden). Manche unterhielten sich vorher über das Konzert, und ich bekam über­wiegend Gespräche mit, wie ich sie fast erwartet hatte. Nämlich von Leuten, die kaum etwas über HURTS wussten, nur die beiden Hits kannten und sich einfach über ihren Gewinn dieses Konzertbesuchs freuten. Insgesamt war es vielleicht ein etwas anderes Publikum als bei sonstigen Konzerten, aber voller Vorfreude und gut gelaunt waren an diesem Abend auf jeden Fall alle Besucher.

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Es sollen 160 Gewinner gewesen sein und noch ein paar zusätzliche auf der Gästeliste. Es wurde also auch später nicht wirklich voll. Trotzdem habe ich mich dann zeitig nach vorne gestellt, um auch wirklich einen Platz in der ersten Reihe zu bekommen. Und dann stand ich da und wartete, direkt vor Adams Keyboard und höchstens 3 Meter von Theos Mikrofon entfernt! Die beiden Ventilatoren auf der Bühne bliesen mir angenehm ins Gesicht und ich kann mich nicht mehr richtig erinnern, was ich in den verbleibenden 50 Minuten vor dem Konzert gedacht habe. Ich war einfach furchtbar aufgeregt und habe mich wohl auch die ganze Zeit über gefragt, ob ich es wirklich schaffen würde, an diesem Abend noch Theo und Adam zu treffen und ein Autogramm zu bekommen. (Immerhin hatte ich hier im Forum schon einige Berichte von glück­lichen Fans gelesen, dass die beiden bei vielen der vorangegan­genen Konzerte anschließend noch herausgekommen waren und sich Zeit für Fotos und Autogramme genommen hatten.)

Kurz nach 20:30 Uhr hatte das Warten dann ein Ende! Dirk Scherer von SWR3 begrüßte die Besucher und kündigte HURTS an, dann wurde es dunkel. Die Musiker kamen auf die Bühne: Paul der Drummer, Pete der Keyboarder, eine Geigenspielerin und ein Gitarrist. (Richard Knight „der Opernsänger“ war bei dem Konzert leider nicht dabei.) Dann kamen Theo und Adam von hinten durch das Publikum und betraten die kleine Bühne. Das Publikum applaudierte fleißig, aber aufgrund der geringen Anzahl wirkte es nicht über­wältigend laut. Gekreische war natürlich auch nicht zu hören, also ein ziemlicher Unterschied zu den derzeit „üblichen“ HURTS Konzerten. Für mich war es dennoch ein überwältigendes Gefühl, die beiden so nah direkt vor mir zu sehen! Ab dem Moment, als der erste Ton von „Unspoken“ erklang und Theo zu singen anfing, war ich einfach gebannt und wie in einem Rausch. Die Musik war fantastisch, ich fand sie noch viel schöner als auf der CD. Theos Stimme klang perfekt, sein Gesang war sehr emotional, ebenfalls noch deutlich besser als auf „Happiness“. Aber das Beeindruckendste für mich war eindeutig, Theo die ganze Zeit über zuzusehen! Er wirkte sehr konzentriert, am Anfang fast ein wenig angespannt, und durchlebte beim Singen alle Emotionen der Songs, was man an seiner ausgefeilten Mimik und Gestik beobachten konnte. Es war wie ein Schauspiel, das da auf der Bühne stattge­funden hat, und daher bin ich sehr froh, dass ich so nah dran sein und alles genau sehen konnte. Für mich war es daher DAS perfekte HURTS Konzert!

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Sicherlich ist in einer großen Halle eine ganz andere Stimmung im Publikum, wenn die mit­singenden Fans auch zu hören sind und viel lauter gejubelt oder gekreischt wird. Auch Theo und Adam mögen dann vielleicht etwas „gelöster“ wirken, wenn sie von den Fans frenetisch gefeiert werden. Soweit ich das aus dem Vergleich mit anderen Konzert­aufnahmen beur­teilen kann, war bei „Evelyn“ die Performance hier auch verhaltener, also der Mikroständer wurde nicht so arg malträtiert und Theo hat sich auch nicht auf den Boden geworfen ;). Das wird sicher an der wirklich kleinen Bühne gelegen haben und vielleicht auch daran, dass die Show zudem fürs Fernsehen aufgezeichnet wurde. Ich habe jedoch nichts vermisst, für mich war es im Gegenteil ein besonders intensives Konzerterlebnis, das ich in einer großen Halle mit mehreren Tausend Leuten ganz sicher so nicht gehabt hätte.

Video des Hautnah-Konzerts Evelyn

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Der Konzertablauf war ansonsten genau wie bei den anderen Auftritten in letzter Zeit, auch die Setliste war gleich.

Theo hat zwischen den Songs wie üblich leider nicht viel geredet. Vor „Wonderful Life“ hat er außer seinem „Standardspruch“ noch kurz und leicht amüsiert vom vorhergehenden Auftritt in Island berichtet, bei dem ja zwei Mal der Strom ausgefallen war. Und am Ende des Konzertes hat er mehrmals betont, dass der Abend auch für sie etwas ganz besonderes gewesen sei, da sie noch nie ein solches (Hautnah-) Konzert gegeben hätten.

Theo und Adam haben während des Auftritts natürlich immer wieder ins Publikum geschaut und den Leuten in die Augen gesehen, was bei dem kleinen Saal ja offensichtlich kaum zu vermeiden war. Auch die obligatorischen weißen Rosen hat Theo gelegentlich verteilt, er konnte sie sogar einfach von der Bühne herunterreichen.

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Es fällt mir schwer, besondere Highlights hervorzuheben, da das gesamte Konzert so fantas­tisch war. Die Performance von „Evelyn“ mit Adams Auftritt an der Gitarre war natürlich auch hier etwas Besonderes. Und „Confide In Me“ hat mir an diesem Abend beson­ders gut gefallen.

Video des Hautnah-Konzerts Sunday

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Leider war auch dieses Konzert nach etwa einer Stunde vorbei, was natürlich viel zu früh war und mich dann so langsam aus meinem Trancezustand erwachen ließ. Während die meisten Besucher das Gebäude schon verließen oder sich an der Bar noch unterhielten, begab ich mich mit klopfendem Herzen zur Absperrung im hinteren Teil des Foyers. Jetzt war ich noch viel aufgeregter als vor dem Konzert, denn eine solch große Chance auf ein Treffen mit Theo und Adam würde ich wahrscheinlich nie wieder bekommen!

Und ich musste zunächst gar nicht lange warten, da kam Adam zusammen mit Paul gemächlich aus dem Backstagebereich und schlenderte Richtung Bar. Staunend stellte ich fest, dass zunächst außer mir niemand davon Notiz zu nehmen schien. Also nahm ich meinen Mut zusammen, ging direkt auf Adam zu und bat ihn um ein Autogramm. Er war sehr höflich, und nachdem wir einen Stift aufgetrieben hatten, unterschrieb er auf meinem CD Booklet. :) Anschließend haben wir noch ein Foto zusammen gemacht und ich war schon ziemlich happy! Adam hielt sich danach noch länger an der Bar auf, gab immer mal wieder Autogramme und ließ sich mit Fans fotografieren.

Aber für mich hieß es nun wieder aufgeregt warten. Das Foyer wurde langsam leerer, und dann wurden die vier Leute in den Backstage­bereich gelassen, die ein Treffen mit HURTS gewonnen hatten. Nachdem sie wieder herauskamen, wurden die Securityleute etwas unfreundlicher und sagten, nun dürfe niemand mehr nach hinten und wir sollten jetzt so langsam nach draußen gehen. Einige der Wartenden sind daraufhin gegangen, so dass wir nur noch eine Handvoll Leute waren, als dann endlich Theo auf dem Weg nach draußen erschien. In dem Moment war es, als würde ich wieder in eine Art Trance fallen und irgendwie nur noch automatisch reagieren. Theo war sehr nett und hat allen Autogramme gegeben und sich fotografieren lassen. Als ich ihm mein Booklet gegeben habe und er mich fragte, wie es mir ginge und ob mir die Show gefallen habe, sagte ich, dass ich JETZT wirklich aufgeregt sei! Das schien ihn fast verlegen zu machen, und für die Fotos hat er mich dann ganz süß in den Arm genommen. Ich habe noch gewartet, bis die anderen paar Leute weg waren, und konnte dann noch einmal die Chance nutzen, kurz mit Theo zu sprechen! Zum Glück war ich jetzt wieder etwas gelassener und habe ihm von meiner Begeisterung erzählt, von dem Riesenglück als einzige in der HURTS-Community die Tickets zu gewinnen und dass für mich gerade dieses kleine Konzert wirklich perfekt war. Ich glaube, dass er sich darüber wirklich gefreut hat, zumindest seinem Strahlen nach zu urteilen! Er hat mir auch noch zig Mal versichert, dass dieses „intime“ Konzert für ihn auch ganz besonders gewesen sei. Schließlich hat er sich noch einmal auf Deutsch bedankt und ist dann nach draußen verschwunden.

Ich war nach dieser Begegnung total durch den Wind und war froh, dass ich auf dem Heimweg nicht selbst fahren musste 😉

Die Nachwirkungen dieses Erlebnisses haben noch ziemlich lange angehalten, ich habe tagelang kaum geschlafen und fast nichts gegessen…

Auch jetzt, nach zwei Monaten, bin ich in Gedanken noch ständig bei HURTS und diesem Konzert. Allerdings kommt mir das alles schon wieder total irreal vor, z.B. wenn ich Theo und Adam in Interviews in Asien sehe und Berichte von ihren Fans dort lese. Doch zum Glück habe ich ja die Fotos, die Autogramme und die Konzertaufnahme von SWR3, die mich an mein ganz persönliches Erlebnis mit HURTS erinnern! (Irgendwann wird das Konzert auch noch im SWR Fernsehen gesendet, doch der Termin steht leider noch nicht fest.)

honeybee, 21.05.2011


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